Referenzpreise bedeuten eine Gefahr

Nach Einführung eines Referenzpreissystems für Medikamente könnten Hersteller gezwungen sein, unrentable Produkte nicht mehr anzubieten, was die Versorgungsqualität und -sicherheit gefährde, warnt der Intergenerika-Geschäftsführer.

 

Die Einführung von Referenzpreisen hätte «massive Folgen für unsere Gesundheit», sagt Dr. Axel Müller, Geschäftsführer des Branchenverbands Intergenerika, im Interview mit dem Standpunkt der Wirtschaft.

Standpunkt: Herr Müller, Sie wehren sich gegen die Einführung von Referenzpreisen – welches sind Ihre Argumente?

Axel Müller: Von ihren Befürwortern werden Referenzpreise als die alleinseligmachende Lösung dargestellt, dabei gibt es eine Reihe von Alternativen, die Kosten sparen helfen. Fakt ist, dass sich einige Länder in Europa gegen ein Referenzpreissystem und für ein anderes Modell entschieden haben. Wir sollten das als ein Zeichen verstehen.

Quellenangabe: Schweizerische Gewerbezeitung

Pharmaverband warnt: Antibiotika könnten knapp werden

Pharmaverband warnt: Antibiotika könnten knapp werden

Laut dem Pharmaverband Pro Generika hängt die Versorgung mit Antibiotika „am Tropf Chinas“. Durch die Marktkonzentration im Ausland könnte es zu Engpässen kommen.

Der Pharmaverband Pro Generika hat vor Lieferengpässen bei wichtigen Antibiotika durch die Konzentration der Produktion außerhalb der Europäischen Union gewarnt. Die Antibiotikaversorgung in Deutschland hänge »am Tropf Chinas», erklärte Verbandsvizechef Markus Leyck-Dieken am Dienstag in Berlin. Angesichts weltweit zunehmender Spannungen sollte sicher gestellt werden, »dass der Erste-Hilfe-Koffer im Ernstfall in Europa steht».

Antibiotika: Es gab bereits erste Engpässe

Eine von Pro Generika in Auftrag gegebenen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt demnach eine sehr hohe Abhängigkeit der Antibiotikaversorgung vor allem von Herstellern in China, die bereits wesentliche Teile der gesamten Weltmarktproduktion auf sich vereinigten. Teilweise gebe es nur zwei oder drei relevante Produzenten.

Quellenangabe: www.augsburger-allgemeine.de

Generika – Irrweg Referenzpreise

Patienten wären laufend gezwungen, eine Zuzahlung zu leisten oder das Medikament zu wechseln

Der Preisüberwacher und die Krankenversicherer fordern vom Bundesrat ein verstärktes Tempo bei der Einführung eines Referenzpreissystems für Generika. Dabei wird von den Kassen nur noch der Preis des günstigsten Produkts vergütet. Hauptargument der Referenzpreis-Turbos: Generika seien viel zu teuer.

Aber Achtung! Die Einführung eines Referenzpreissystems hätte massive Folgen für unsere Gesundheit. Wir Patienten würden laufend entweder zum Medika- mentenwechsel oder zum Draufzahlen gezwungen wer- den. Ohne Zuzahlung in der Apotheke bekämen wir nicht mehr das Präparat, das wir kennen und dem wir vertrauen. Aus Ländern der EU wissen wir, dass durch Referenzpreise erzwungene Wechsel zu unerwünschten Wirkungen und zu einer beeinträchtigten Therapietreue führen. Schweizer Patienten, Ärzte und Apotheker würden dadurch ihrer Wahlfreiheit beraubt werden. Unsere Medikamentenauswahl würden dann Behörden oder Krankenkassen treffen. Diese haben leider nur den Fokus auf Kostensenkung, jedoch nicht auf Qualität und Versorgungssicherheit. Wichtige Notfallmedikamente und Medikamente mit verbesserter Form der Darreichung für Kinder und Senioren würde es dann in Zu- kunft nicht mehr wie selbstverständlich geben. Bei zu niedrigen Preisen könnten sich Hersteller gezwungen sehen, gewisse Produkte nicht mehr zu vertreiben.

Schweizer Generika-Industrie vor wegweisenden Entscheidungen

2016 haben sich die Fronten zwischen den Befürwortern von Festbeträgen und deren Gegnern weiter verhärtet.

Der sog. Preisüberwacher – eine antiquierte Institution, die sich mit reinen Preisstatt den üblichen Preis-Leistungsvergleichen wiederholt selbst diskreditiert und von immer mehr Unternehmen dafür heftig kritisiert wird – und die Schweizer Krankenversicherer fordern vom Bundesrat immer lauter ein verstärktes Tempo bei der Einführung eines Festbetragssystems mit dem Argument, Generika wären hierzulande im internationalen Vergleich viel zu teuer. Bei Intergenerika halten wir mit unserer Argumentation unvermindert hart dagegen und können uns dabei der breiten Unterstützung zahlreicher Verbände und Vertretungen der wichtigsten Interessensgruppen – von Ärzten, Apothekern über Patienten bis hin zu Spitälern – sicher sein.
Quellenangabe: pharmind
«Wir sind die Guten» – Generika in der Gesundheitsbranche

«Wir sind die Guten» – Generika in der Gesundheitsbranche

Generika, die patentfreien Qualitäts-Arzneimittel, sind auch in der Schweiz zweifellos eine Erfolgsgeschichte, stehen jedoch wegen angeblich im internationalen Vergleich überhöhter Preise vermehrt am Pranger. Der Geschäftsführer des Branchenverbands kritisiert dieses einseitige Bashing und kontert im folgenden Interview.

Sie kennen sicher die Argumentation, Generika-Unternehmen würden das schnelle Geld machen, indem sie nur das Original kopieren.

Diese klischeehafte Behauptung ist schlichtweg falsch. Die patentfreien Qualitäts-Arzneimittel sollten vielmehr als die besseren Medikamente angesehen werden, da sie im Vergleich zu den älteren Originalen mit zum Teil moderneren Methoden entwickelt und hergestellt werden und oft eine verbesserte Galenik (Zubereitung und Herstellung) aufweisen. Und das noch zum günstigeren Preis! Daher sind wir die Guten in der Gesundheitsbranche.

Es geht darum, zum Wohl des Patienten das Präparat noch besser zu machen; auch mit Dienstleistungen, die darum gruppiert sind. Zum Beispiel mit einem Patientenratgeber. Generika stehen auch für Innovation. Nur ein Beispiel von vielen: Man umhüllt die besonders für Kinder ungeeignete, bitter schmeckende Tablette mit einem süssen Überzug. Solche und viele weitere Dienst- leistungen würden bei einem reinen Preis- wettlauf nach unten, den wir aktuell erleben, wegfallen.

Quellenangabe: KMU Rundschau, Sonderdruck Intergenerika

Medikamente: Original oder Generika?

Medikamente: Original oder Generika?

Der Bundesrat will die Medikamentenpreise ein weiteres Mal senken. Das Bundesgericht hat dem Bundesrat dabei rechtgegeben. Doch die Lager sind gespalten, gerade die Pharma ächzt unter den neuerlichen Preissenkungen.

Durch das ständige „Herumschrauben“ an den Medikamentenpreisen, in den letzten sechs Jahren sechs Mal, werde die Schweiz mehr und mehr zu einem unsicheren Wirtschaftsstandort. Man laufe Gefahr, dass die Produktion ins Ausland ausgelagert werde. Mit dem hohen Medikamentenpreis werde auch die Forschung und der Produktionsstandort Schweiz gefördert. Das Problem sei vielmehr, dass Generika in der Schweiz immer noch einen sehr geringen Marktanteil ausmachen würden. Ärzte und Apotheker würden beim Verkauf von teureren Originalpräparaten auch eine höhere Gewinnmarge erzielen als bei Generika, was einen vollkommen falschen Anreiz schaffe. Der Wunsch wird laut, dass der Bund sich nicht mit weiteren Preissenkungen beschäftigen soll, sondern ein von Grund auf neues System erschaffen möge.

In der Sendung TOP MED „Medikamentenpreise – Der Teufel steckt im Detail“ spricht David Staudenmann mit Jean-François Steiert, Dr. Axel Müller und Andreas Faller über die Pläne des Bundesrats, die Medikamentenpreise ein weiters Mal zu senken.

Mut zu Veränderungen statt ständige Korrekturen

Dr. Axel Müller, Geschäftsführer Intergenerika