Generika News

Generika News

Aktuelle Informationen des Verbands Intergenerika.

Der Bundesrat möchte bei patentabgelaufenen Arzneimitteln ein Referenzpreissystem einführen, welches einer Gesetzesänderung bedarf und nicht vor 2019 zu erwarten ist. Um bereits vorher im Rahmen der bestehenden Verordnungen Preise von Generika zu senken, gingen am 6. Juli 2016 kosteneinsparende Massnahmen in die Vernehmlassung. So sollen der Preisabstand zu den Originalpräparaten grösser sowie die Kriterien des differenzierten Selbstbehalts verschärft werden.

Wie sind die anstehenden Preissenkungsmassnahmen zu beurteilen? Gegen den damit einhergehenden Wechsel zu einem Referenzpreissystem haben wir uns seit jeher gewehrt. Und das aus guten Gründen: Bei der Einführung dieses auf dem Billigstprinzip basierenden Systems gäbe es nur Verlierer. Ärzte und Apotheker wür- den entmündigt, denn sie müssten jeweils das billigste Arzneimittel verschreiben bzw. abgeben, welches ihnen die Krankenversicherung erlaubt. Die grossen Verlierer aber wären die Patienten, die deshalb mit häufigen Medikamentenwechseln konfrontiert wären. Gerade bei älteren Patienten droht die Gefahr einer Übermedikation. Aufgrund mangelnder Rentabilität sind zudem eine Reduktion der Anbieter und deren Produkte im Markt und damit Versorgungsengpässe zu erwarten. Dabei sind Generika nicht die Kostentreiber, sie sind zu billig! Das findet auch der Journalist Ralph Pöhner in «Die ZEIT»: «Gerade bei gängigen Heilmitteln ist nicht der zu hohe, sondern der tiefe Preis das Problem.»

«Sanieren darf nicht krank machen»

Der Kosten- und Rationalisierungsdruck in der Wirtschaft nimmt weiter zu. Die Herausforderungen für Führungskräfte und Mitarbeitende sind hoch. Manchmal gibt es keine Alternative zu Entlassungen. Nicht das «Ob», sondern das «Wie» ist dann entscheidend.

Im Film «Up in the Air» mit George Clooney wird ein Outplacement-Berater von seinem Arbeitgeber zu Firmen geschickt, die nicht den Mut haben, ihre Angestellten selbst zu entlassen. Ist das die Zukunft?

Axel Müller: Bestimmt nicht! Sich von seinen Mitarbeitern auf eine solch unpersönliche und unmenschliche Art und Weise zu trennen, darf keine Schule machen. Kündigungen über Dritte oder gar über SMS sind ein Reputationskiller. Im Kampf um die besten Talente unternehmen die Firmen grosse Anstrengungen bei der Gewinnung und Bindung der besten Mitarbeiter. Menschen derart stillos hinauszukomplimentieren steht im krassen Widerspruch zu dieser Politik.

Als Manager haben Sie schon mehrere Unternehmen saniert. Wo liegen die Grenzen der Rationalisierung?

Der andauernde Kosten- und Rationalisierungsdruck in der Wirtschaft führt zunehmend zu Kollateralschäden. Die für die Gesellschaft entstehenden Kosten in Form von Burn-outs oder Depressionen explodieren, erscheinen aber in keiner Unternehmensbilanz. Es braucht ein Umdenken und mehr Menschlichkeit. Auch wenn Entlassungen im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Sanierung unausweichlich sind, dürfen sie nicht zu psychischen und seelischen Erkrankungen der Betroffenen führen.

Quellenangabe: ALPHA – Der Kadermarkt der Schweiz

Reference Pricing for Generics: Unplanned Consequences of Planned Swiss Regulation

This paper, based on an expert report commissioned by Intergenerika, the Swiss association of manufacturers and importers of generics and biosimilars, purports to answer the question of whether this modication is apt to improve the performance of the Swiss healthcare system.

It therefore adopts a much more comprehensive approach than e.g. Toumi et al. [2] who emphasize e ects on HCE. Its starting point is the cost distribution associated with a treatment cycle using a drug that Intergenerika deems realistic for a certain health condition. (Table 1) exhibits the money cost only; the cost of administering the medication borne by patients will be added in (Table 2) below. In view of this generalization, a treatment cycle rather than the DDD (Daily De ned Dose) is used as the unit of reference because the DDD would have entailed time costs amounting to fractions of a minute.

Quellenangabe: Austin Journal of Public Health and Epidemiology

Unsere Medikamente sind zu billig!

Die Schweizer stöhnen gerne über die Gesundheitskosten. Gerade bei gängigen Heilmitteln ist jedoch nicht der zu hohe, sondern der zu niedrige Preis das Problem.

Was ist der Unterschied zwischen einem T-Shirt und einer Schmerztablette? Beim einen steht drauf, dass es made in India ist, beim anderen weiß man es nicht so genau. Ansonsten ist es beim Medikament wie bei der Mode: Die meisten Hersteller produzieren dort, wo es möglichst günstig ist. Also in Ländern wie China oder Indien. Nur wird das hier, anders als bei Hennes & Mauritz, nicht verraten. Denn ein Medikament, das ist im gängigen Glauben weiterhin von Wert – es wird irgendwo im Großraum Basel hergestellt, vielleicht sonst wo in Europa, allenfalls in Nordamerika. Es ist teuer, so die Wahrnehmung, und zwar dermaßen teuer, dass die Preise der Pharmazeutika fast so regelmäßig zum Politikum werden wie die Geschenke an die Bauern. Preisüberwacher Stefan Meierhans, Konsumentenschützerinnen oder Krankenkassen veröffentlichen unentwegt Zahlen und Studien, welche die Schweiz als Arzneimittel- Luxusinsel erscheinen lassen.

Quellenangabe: Zeit Online